04/10 2006
Rhenus-Tochter Revival bringt Aufzüge für das höchste Haus Europas just in time nach Moskau
Der Federation Tower in der Moskauer Innenstadt soll das höchste Gebäude Europas werden. Die Aufzüge liefert ThyssenKrupp Elevator - damit die Komponenten just in time zur Verfügung stehen, hat das Unternehmen die Rhenus-Tochter Revival Express mit der logistischen Steuerung der Komponenten vom Werk bis zur Baustelle beauftragt. Für die Zollabwicklung hat Revival ein völlig neues Verfahren entwickelt.
Zum Federation Tower gehören zwei Gebäudeteile mit 63 bzw. 93 Stockwerken. Nach der Fertigstellung im Jahr 2008 wird der Bau 340 Meter, inklusive der Antennenkonstruktion sogar 420 Meter hoch sein. Das Gebäude erhält sieben konventionelle Aufzugsanlagen und zehn Twin-Systeme von ThyssenKrupp Elevator. Twin-Systeme können mehr Personen befördern und verringern damit den Platzbedarf; möglich wird das durch den gleichzeitigen Einsatz von zwei Kabinen in einem Schacht. Die komplette logistische Steuerung der Lieferkette zwischen Fertigung und Baustelle übernimmt die Rhenus-Tochter¬gesell¬schaft Revival Express: von der Abholung im Werk über die Verzollung, die Einlagerung der Komponenten bis zur bedarfs¬gerechten Anlieferung in der Moskauer Innenstadt. Die Aufzugs¬anlagen werden mit insgesamt 60 Lkw von Deutschland zum Lager von Revival Express unweit des Moskauer Flughafens Scheremetjewo gebracht. Ein festes Warehousing-Team über¬nimmt Ankunftskontrolle, Zwischen¬lagerung und die Aus¬lieferung, die je nach Abruf zu jeder Tages- und Nachtzeit erfolgen kann.
"Der Clou unserer Lösung ist das Verzollungsschema", erklärt Olga Paneva, die Revival Express bei den Zollbehörden vertritt und maßgeblich an der Entwicklung des Verfahrens beteiligt war. "Das Verfahren bringt für Lieferant und Bauherren eine erhebliche Vereinfachung. Beispielsweise ist es gelungen, Zolltarifnummern zu reduzieren und zu vereinheitlichen. Der gesamte Verzollungs-prozess wird übersichtlicher und besser planbar - das ist die Grundvoraussetzung für die Just-in-time-Versorgung der Baustelle." Das Konzept berücksichtigt das russische Zoll- und Steuerrecht ebenso wie die internen Anforderungen des weltweit drittgrößten Aufzugherstellers. Auch der Wunsch des Bauherrn, alle Produkte in Moskau fertig verzollt angeliefert zu bekommen, wurde erfüllt. Da die gängige Regel lautet, dass der russische Importeur auch immer Zollschuldner ist, hat Revival hier eine Speziallösung entwickelt. Am Verfahren hat Revival Express fast sechs Monate gearbeitet. Dabei ist man bereits in der Ausschreibungsphase mit den Zollbehörden, dem Importeur und ThyssenKrupp Elevator in die Vertragsgestaltung eingestiegen, um entsprechende Konzepte vorzubereiten. "Nach mehr als zehn Jahren Präsenz in Moskau sind wir bei unserem Zollpunkt als zuverlässiger Partner bekannt", so Olga Paneva. "Deshalb gelang es, die Zollbehörden in die Suche nach einer effizienten Lösung einzubinden." ThyssenKrupp Elevator ist zufrieden: "Mit Revival Express haben wir einen Dienstleister gefunden, der sowohl im Vorfeld als auch jetzt in der heißen Phase des Baus konstruktiv und flexibel mit uns zusammenarbeitet", so Projektleiter Werner Schödl. "Wir profitieren außerdem davon, dass der Dienstleister in Moskau über hervorragende Lagermöglichkeiten verfügt. So kann die Anlieferung auch bei Bauverzögerungen bedarfsgerecht erfolgen."
Über Rhenus
Die Rhenus-Gruppe zählt mit einem Umsatz von 2,3 Mrd. EUR zu den führenden europäischen Logistikdienstleistern. Mit über 11.000 Mitarbeitern ist Rhenus an 200 Standorten in Europa präsent. Die Geschäftsbereiche Contract Logistics, Freight Logistics, Port Logistics sowie Public Transport stehen für das Management komplexer Supply Chains und für innovative Mehrwertdienste.

